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Textilien und Polsterbezüge


Viele Erwartungen werden heute an die Bezugsstoffe für Polstermöbel gestellt. Sie müssen lichtecht, reibecht, scheuerbeständig und hautverträglich sein, dürfen praktisch nicht anschmutzen und müssen sich am besten von alleine reinigen. Meistens werden synthetische Fasern verwendet, mit denen sich all diese Eigenschaften leicht verwirklichen lassen. Die neuen HighTech-Stoffe bieten denn auch allen erdenklichen Komfort bis hin zur individuell optimierten Wärmeanpassung – sie verschweigen aber, dass sie am Ende manchmal als Sondermüll entsorgt werden müssen.

 
 
Dabei gibt es genug Alternativen für Polsterbezugsstoffe aus dem Bereich der nachwachsenden Rohstoffe:

 

Kleine Übersicht der Natur- und Chemie-Stoffe

Die wichtigsten Naturstoffe in der Übersicht

Naturfaser allein ist aber noch kein Garant für gesundes Wohnen. Hier lohnt es sich, genauer hinzusehen und gegebenenfalls beim Einrichtungsberater nachzufragen. Denn obwohl diese Materialien bereits alle wesentlichen Eigenschaften für den Gebrauch als Polsterbezugsstoff mitbringen, werden sie im konventionellen Möbelhandel teilweise zusätzlich mit Imprägnierungen (z.B. Teflon, Scotchgard) zur Erhöhung der Pflegefreundlichkeit versehen.
 
Nicht alle Ausrüstungen sind schädlich – überflüssig sind sie allemal.
Zu den problematischen Stoffen, die im Rahmen der Ausrüstung von Textilien angewendet werden, gehören z.B. Azofarbstoffe, Formaldehyd, Flammschutzmittel oder auch Mottenschutzmittel.
 
 

Übersicht der häufigsten Schadstoffe in Textilien

 

Mottenschutz

Ja, es stimmt, Motten lieben Wolle und vergreifen sich gerne an Teppichen, Wolldecken und ähnlichem. Zum Schutz vor Kleidermotten werden Textilien daher häufig chemisch behandelt. Zunehmend wird dafür an Stelle des nicht nur für die Motten, sondern auch für Wasserorganismen schädlichen Permethrin das Mittel Mitin FF verwendet. Im baubiologischen Bereich wird Mitin FF von der Organisation Natureplus und der Zeitschrift ÖkoTest Stand 2006 z.B. für Dämmstoffe aus Wolle empfohlen (weil es notwendig ist und das eindeutig kleinere Übel darstellt), dort kommt es aber auch nicht zu einem direkten Kontakt. Bei Teppich, Decke oder Polster können durch den Abrieb im Gebrauch Stäube, denen Mitin FF anhaftet, durch Einatmen in den Magen gelangen. Eine eindeutige Aussage, ob das Mittel dabei Schaden anrichtet, kann und will aber derzeit niemand treffen.

Manchen Verbrauchern ist aber genau der Mottenschutz wichtig (Teppiche mit Wollsiegel oder Zeichen der Gütegemeinschaft umweltverträgliche Teppichböden verlangen sogar eine Mottenschutzausrüstung). Man kann darüber streiten, ob das nötig ist. Bei einer Wolldecke z.B., die ständig in Verwendung ist oder einem Teppich, über den jeden Tag gelaufen wird, ist Mottenschutz unserer Ansicht nach überflüssig. Motten lieben es nicht, gestört zu werden. Bei einem einzelnen Teppich z.B., wo es im Allgemeinen keine toten Ecken unter Schränken gibt, benötigt man daher nicht unbedingt einen Mottenschutz. Wer ganz darauf verzichten möchte, sollte seinen Fachhändler nach entsprechenden Produkten fragen, es gibt sie am Markt.

Nicht alles, was riecht, ist schädlich – und umgekehrt

Die Nase kann zwar feststellen, ob neue Möbel das Leben in Innenräumen unerträglich machen – aber leider riechen gefährliche Dinge oft nicht. Andererseits können natürliche Öle und Wachse, die ganz unschädlich sind, auch manchmal einen etwas strengeren Geruch abgeben in der ersten Zeit. Oder denken Sie an Schafswolle – ein sensible Nase kann auch diesen Geruch als störend empfinden. Darum haben wir in unsere ÖkoControl Schadstoff-Tests einen Geruchstest mit aufgenommen. Zertifizierte Produkte müssen eine Mindestnote enthalten, sonst fallen sie durch.

Gesundheitlich problematisch bei Polstermöbeln können z. B. bestimmte Flammschutzmittel sein, gerade wenn mit den Möbeln der gesamte europäische Markt bedient werden soll, da die Verbote nicht in allen Ländern gleich sind. Das Problem: Diese Flammschutzmittel riechen nicht.

Geruch verursachen z.B. Polyurethan-Ausdünstungen und Klebstoffe aus Polstern, diese sind aber nicht per Gesetz oder Auflage verboten, sowie Lacke und Oberflächenbehandlungen auf Holz. Formaldehyd aus den verschiedensten Bauteilen eines Möbels riecht zwar in größeren Mengen streng und stechend, üblicherweise stellt aber die gemessene Emission von Formaldehyd (also das, was üblicherweise ausdünstet) noch keine Geruchsbelästigung dar, und dadurch wird es auch nicht auffällig.

Wenn Sie also sicher gehen wollen, dann ist die Nase zur Beurteilung nicht ausreichend und kann Sie auch in die Irre führen. Besser, Sie orientieren sich an einem seriösen Gütesiegel. Auch die Checkliste zum Möbelkauf hilft Ihnen bei Ihrer Entscheidung

 

Die praktische Checkliste für den Möbelkauf

 

 

 


 


 
 

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